Auf Ebene des Betriebs sind die Auswirkungen steigender Klimarisiken geringer und die Anpassungspotenziale größer als auf Ebene einzelner Kulturen (Lehmann et al. 2013b). Die Diversität spielt dabei eine entscheiden Rolle. Eine breite Abstützung auf verschiedene Sorten, Kulturen und Einkommenszweige puffert die Effekte von Extremereignissen oft ab (Finger und Buchmann 2015, Di Falco und Chavas 2006, Lehmann et al. 2013b). Auf betrieblicher Ebene kann zudem der Aufbau von Reservekapazitäten oder die Aufnahme außerlandwirtschaftlicher Aktivitäten dazu beitragen, Einkommensschwankungen zu reduzieren (Briner et al. 2015). Vernachlässigt man diese Anpassungspotenztiale, werden negative Effekte des Klimawandels auf Erträge, aber auch Einkommen, überschätzt (Challinor et al. 2014). Dennoch sind viele Anpassungsmaßnahmen mit Kosten verbunden, entweder direkt, zum Beispiel für die Installation einer Bewässerungsanlage, oder indirekt, als sogenannte Opportunitätskosten. (…)Zusätzlich zum Umgang mit steigenden Risiken auf dem Betrieb werden Versicherungen eine immer größere Rolle spielen. Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn existenzgefährdende Risiken abgedeckt werden. Versicherungen erlauben es unternehmerische Risiken einzugehen und machen Investitionen attraktiver. Sie stärken daher eine produzierende Landwirtschaft und reduzieren die Notwendigkeit staatlicher Eingriffe bei klimatischen Extremereignissen.

Quelle:

<https://www.ktbl.de/fileadmin/user_upload/Allgemeines/Download/Tagungen_2019/KTBL-Tagung/KTBL-Tage_2019_Folien.pdf ab S. 277>